Brauhaus
Copyright: Susanne Posegga
Im Brauhaus wurde - wie das Wort schon sagt - gebraut.
Doch die Zutaten waren durchaus ungewöhnlich. Jodler, Electronic, Dirndl, Walzer, Streublumenmuster, Volkstanz, Knödel, Polka, Independent, Breakdance, Architektur, Heidelbeeren, Laptops, Marschmusik, Balladen, Tanzböden und derlei Zutaten wurden hier zu neuen Rezepturen verarbeitet.
Uraufführungen musikalischer Neukompositionen standen ebenso am Programm wie Workshops für modern geschneiderte Dirndl und Volkstanzabende zu modernen Beats.
Zusätzlich konnte im eigenen Gasthaus bodenständige Küche in ungewöhnlicher Weise konsumiert werden. Sämtliche Gerichte wurden vom Ottensheimer Gasthof zu Post in Einweckgläsern geliefert. Das ungewöhnliche Programm zog Volkskulturfreunde ebenso an wie junge Teilnehemer aus der freien Szene. Diese Durchmischung durch alle Altersgruppen bescherte dem BRAUHAUS sehr vielfältiges und buntes Publikum.
WAS // Volkskulturfeste, Volksmusikclubbings, Workshops, Diskussionen
WANN // 27. August – 18. September 2009
WO // afo architekturforum oberösterrreich
KURATORINNEN // Susanne Posegga, Gotthard Wagner
ARCHITEKTUR // Margit Greinöcker, Tobias Hagleitner, Gunar Wilhelm
Download:
Brauhaus-Programmdetails (PDF)Thementage - Walzer!
Vom Landler zum Clubbing im 3/4 Takt
Drehendes Aufspiel mit luftiger Note
Moderation: Helmut Jasbar
Was mich schon immer erstaunte, ist die Selbstverständlichkeit mit der sich die Rave-Kultur nun schon jahr-zehntelang der geradtaktigen Musik unterwirft. Überspitzt kann man von einer unhinterfragten, weltweiten Ko-lonne der Marschmusik sprechen. Nächtelang und beinahe überall, ohne Unterbrechung rund um den Globus gespielt - Marschmusik forever? Das ist das Hauptexperiment des Walzerabends. Diese Musikwelt dem Walzer-bazillus zu öffnen: Clubbing im 3/4 Takt. Es kann in einer Farce enden, aber den Versuch ist´s allemal wert.
„Walzer“ ist ein Abend der die Geschichte dieses drehenden Tanzes zeichnet. Von seiner Urzeit, wo er einerseits als unzüchtig galt und in die Illegalität gedrängt wurde und andererseits kurz vor der Französischen Revolution Berühmtheit erlangte, weil er das aristokratische Menuett als maßgeblichen Gesellschaftstanz verdrängte, bis zum jetzigen Versuch der ersten Walzerschritte in zeitgenössischer Rave / Clubbing- Kultur.
Gotthard Wagner, sunnseitn
Die Ingredienzien des Brauabends "Walzer":
Landauf landab spielt Volker Derschmidt Geige, Bassgeige, Oboe, Flöte und Seitelpfeife in zahlreichen En-sembles. Er widmet sein musikalisches Leben auch der Volksmusikforschung und der Weitergabe seines Wis-sens als Lehrer, insbesondere auf der Geige. Sein Wirken findet auch Niederschlag in zahlreichen Publikationen, wie der Herausgabe von über 100 Noten- und Liederheften mit Tanzbeschreibungen, einer 10 teiligen CD Serie zum Volkstanz und in einem monumentalen Buch über den Landler, einem der Vorläufer des Walzers. Volker wird beim Brauhaus als Wissensträger, Geiger und Tanzmeister mitwirken.
Ätherwellengeiger Günther Gessert arbeitet an der Entwicklung von Interfaces zur Musik/Performance- Steue-rung. Sensorchestrale Manifestationen rhythmischer und melodischer Art unter Verwendung alter und neuer, berührungsloser und berührungsempfindlicher Sensortechnologie. Instrumentarium: Theremin, Thercussion, Sensorik. Gebraut wird in Richtung getanzte Walzersensorik und elektronische Totalbremsungen.
Helmut Jasbar lebt in Wien und arbeitet als Musiker, Komponist, Autor und Musikdramaturg mit einem breit gefächerten Spektrum von Ausdrucksmöglichkeiten, die auch die Reflexion von Kultur und ihrer Vermittlung einbeziehen. Dazu gehört seine Konsulenten- und Produzententätigkeit für Ö1: Er ist Gestalter von Ö1 Sendun-gen wie "Pasticcio“, „Spielräume“ oder „zeitton“, Begründer des Pasticcio - Preises für interessante musikali-sche CD-Projekte und Kurator mehrerer Festivals in Österreich. Als Gitarrist gastiert er international, sowohl in klassischem als auch in Jazzkontext.
Ein Aperitif Kumys von Doris Kirschhofer & Manfred Russmann aus der archaischen Obertonbrauerei des 21 Jahrhundert. Mit zeitlosen Zutaten: Gegorene sibirische Stutenmilch vermischt mit einheimischem Gerstensaft. „Wer Doris Kirschhofer das erste Mal hört, wie sie mit ihrer Stimme einen Raum öffnet, wie sie vom Flüstern unvermittelt in einen Schrei wechselt, wie sie Jodeln mit Obertonklängen und Untertongesang vermischt und in einen poetischen Gesang einflicht, der ahnt, dass sich in ihrer Person mehr als nur Musikstile begegnen. Sie überschreitet die Grenzen der menschlichen Stimme und verbindet Experimentierlust, Musikalität und gekonntes Songwriting mit Poesie.“ (J. Maurer).
Manfred Russmann, ein Grenzgänger zwischen Tradition und zeitloser Musikfreiheit, tut das Seinige auf der Maultrommel dazu: Er spricht, er schweigt, er küsst, er spuckt, er liebkost, er schreit, er singt, er befiehlt.
Die MIDIMarschMusik Kapelle wurde 2006 in Linz gegründet und interpretiert Marschmusikstücke in klassi-scher Besetzung. Gespielt wird auf Laptops, die die Rolle der einzelnen Instrumente, von Tuba bis Piccolo, ü-bernehmen. Die Verstärker werden dabei auf dem Kopf oder dem Rücken getragen und tragbare Akkumulatoren ermöglichen der MMM-K mobil zu sein und tatsächlich auch marschierend aufzutreten. Beim Walzerabend wird die Marschmusikkapelle einen eigens einstudierten Spieluhrwalzer vortragen.
Roland von der Aist und Walter Stadler
Roland von der Aist und Walter Stadler sind Mitglieder des Kunstkollektivs "backlab", das von Roland mitge-gründet wurde und derzeit mit über 45 KünstlerInnen fast aller Sparten networkt. Roland von der Aist remixt, sampelt, schneidet, klebt, konstruiert, performt 3/4 Walzer.
Silk, IDA und Unfug
Silke Grabinger gründete u.a. die deutsche funkstyle-crew "4Seriaz" und die international bekannte b-girl crew "Female Artistics". So belegte sie den ersten Preis beim B-Girl Battle in Berlin 2001 und tanzte in einer Cirque du Soleil Produktion in Las Vegas. Zum Brauhausabend "Walzer" schreibt sie: "Breakdance im 3/4 Takt. Urbane Tanzstile werden mit österreichischen Urtänzen gepaart, neu assoziiert und stylish vertanzt. Der Walzer lockt im Sixstep, so schön.. Silk/ Silke Grabingers Heimatsträume werden wahr. Hoffentlich auch die der Unfug Crew und der IDA. `freeze`..."
Vielfältig und dynamisch wie die zeitgenössische Tanzszene ist die Ausbildung am Institute for Dance Arts (IDA). TänzerInnen des IDA werden mit Elementen des zeitgenössischen Tanzes bzw. des modern dance im Brauhaus mitmischen.
2003 ursprünglich als Rookie-Projekt durch Silke Grabinger gegründet, ist Unfug zu einer in Sub- und Hochkul-tur aktiven Crew herangewachsen. Die Mitglieder sind bei Kunstprojekten und Tanz/Theaterstücken genauso wie bei Jams und Battles vertreten. Sie geben bei Workshops den Tanz und die Kultur des Breakdance weiter, und sind mittlerweile fester Bestandteil der oberösterreichischen Tanzkultur.
Streichquartett Sonare besteht aus den Stimmführern des gleichnamigen Linzer Orchesters und spielt unter Leitung von Peter Gillmayr frühe Werke der Strauß- Dynastie, Lanner, Pammer und Ziehrer." ... mit federndem Schwung auf Originalinstrumenten.
DJ Wahn & Sinn serviert 4/4 und 3/4 Takter und alle dazugehörigen Alternativen als Ausklang. Herrliche "Freak-outs", die Bewußtseinsgrenzen und Emotionen offenlegen.
Unbekümmerte Originalität - immer elegant!
Günter Schachinger, Inhaber u. Betreiber des Plattenladens Wahn & Sinn Records in Linz
Die Urfahraner Aufgeiger spielen tradierte Musik aus Oberösterreich und Umgebung, aus Brasilien und Frank-reich sowie Rythm & Blues und Cajun Musik. Sie singen alte Lieder von Landlergstanzln bis zu wienerischen Liedern.
Sie spielen konzertant und gesellig, “auf Vortrag” und “auf Tanz”, zu jedem Anlaß in Wirtshäusern und Kon-zertsälen von der Ukraine bis Brasilien. Beim Brauhaus werden sie mit Volker Derschmidt vor allem Vorläufer des Walzers und volksmusikalische Walzer „auf Tanz“ spielen.
Der Volkstanzgruppe St. Valentin ist bei ihren Auftritten hohes Tanzniveau sehr wichtig, wobei die Freude am Tanzen eine große Rolle spielt. Mit dem Volksmusikfestival „wieder aufhOHRchen“, das sie seit 1999 federfüh-rend in St. Valentin organisiert, ist die Gruppe um Franz Huber am Puls der „Volksmusikzeit“ und auch für Experimente offen: beim Brauhaus mit Silke Grabinger und ihren Break-TänzerInnen von Unfug und IDA.
WANN // 11. September 2009, 18 Uhr
WO // afo architekturforum oberösterrreich, Tel.: 0732/786140, www.afo.at
MITWIRKENDE // Willi Bauer, Def Ill aka Governor General Rugged, Volker Derschmidt, Günther Gessert-DJ Sessel, Birgit Glawischnig, IDA, Helmut Jasbar, Doris Kirschhofer, Maul und Trommelseuche, Katharina Mayer, Wolfgang Mayer, Midi Marschmusikkapelle, Mollner Maultrommler, Luise Pape, Ingo Randolf, ReGeHeGe, Roland von der Aist, Sonare, Silk, Walter Stadler, Enrique Tomas, Unfug, DJ Wahn & Sinn, Urfahraner Aufgeiger, Volkstanzgruppe St. Valentin, Ludwig Wiener.
Kategorie: Musik
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